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Freitag, 17. Februar 2017

brand eins 02/2017, Schwerpunkt Marketing

Wo alles nur noch Marketing ist, lässt sich nichts mehr richtig erkennen. Das kann man nur ändern, wenn man aufhört, nur sich selbst zu sehen.


Die aktuelle brand eins Einleitung zum Thema Marketing finden Sie hier.

Donnerstag, 22. Dezember 2016

brand eins 01/2017, Schwerpunkt Offenheit

Alle reden von Offenheit. Aber wie stellt man die eigentlich her?




Die aktuelle brand eins Einleitung zum Thema Offenheit finden Sie hier.

Donnerstag, 24. November 2016

brand eins 12/2016, Schwerpunkt Geschmack

Geschmäcke sind verschieden.
 Das sollte man endlich ernst nehmen.
Wer Industrie 4.0 sagt, sollte wissen, wie der neue Geschmack funktioniert. 

Die aktuelle brand eins Einleitung zum Thema Geschmack finden Sie hier

Donnerstag, 27. Oktober 2016

brand eins 11/2016, Schwerpunkt Intuition

Intuition und Vernunft sind keine Gegensätze. Sie ergänzen einander ideal.


Die aktuelle brand eins Einleitung zum Thema Intuition können Sie hier nachlesen.

Donnerstag, 25. August 2016

brand eins 09/2016, Schwerpunkt Vorbilder

Wenn die Theorie nichts mehr taugt, sollten wir uns an der Praxis orientieren, am Menschen. Echte Vorbilder sind schwer zu finden, führen uns aber zum Guten.


Meine Einleitung zum Schwerpunkt Vorbilder finden Sie hier.


Freitag, 22. Juli 2016

brand eins 08/2016, Schwerpunkt Lust

In der aktuellen brand eins Ausgabe zum Thema Lust finden Sie dieses Mal gleich zwei Texte von mir. In der Einleitung gehe ich der Frage nach, ob es eigentlich richtig ist, dass man auf alles immer  Lust haben soll - nichts geht mehr ohne Leidenschaft. Wir leben von Höhepunkt zu Höhepunkt. Ist das wirklich das höchste der Gefühle? 

Und dann erzähle ich unter dem Titel "Mythos Motivation", warum man mit Animation nicht immer weiterkommt - weder bei den Menschen, noch bei den Pandabären.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer - und bitte Sie, falls sie Lust zum Lesen haben, an den nächsten Kiosk oder hier entlang.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Augstein, revisited. Oder: Welche Paten hat die Gewalt in Berlin?


Für WDR5 habe ich vor drei Jahren eine Rezension zu Jakob Augsteins "Sabotage. Kapitalismus oder Demokratie" verfasst. Vor dem Hintergrund neuer linksextremistischer Gewalt in Berlin möge man sich der geistigen Väter erinnern. Denn, da hat der kleine Augstein wirklich einmal Recht, es ist "nur ein Katzensprung von der bürgerlichen Entgrenzung zum Faschismus" - natürlich auch zu dessen linker Variante. 

Wolf Lotter rezensiert Jakob augstein "Sabotage. Kapitalismus oder Demokratie".
WDR5, politikum


„Die Herstellung eines Farbbeutels ist keine einfache Sache. Es gibt kleine Luftballons, die man unter den Wasserhahn klemmen kann. Prall gefüllt lassen sie sich gut werfen. So eine Wasserbombe ist glatt und kühl und liegt gut in der Hand. Sie wiegt vielleicht 150 Gramm und fliegt bei gesunder Schultermuskulatur etwa 40 Meter weit. Aber wie kriegt man die Farbe da hinein?“

Diese Frage stellt uns Jakob Augstein, Verleger, Spiegel-Kolumnist und Millionen-Erbe, gleich zu Beginn seines neuen Buches. Es ist ein poetischer Einstieg, der mit der Möglichkeit von Gewalt, Aktion und Radikalität spielt. Sabotage, das heißt Handeln, mehr als ein beklagendes „Empört Euch!“. Augstein weiß, was er da tut:
„Wir werden also um die Frage nach den Handlungen nicht herumkommen.“
Ob das über die Anleitung zum richtigen Farbbeutelbau hinausgeht? Neugierig liest man den Prolog und die Einleitung, in denen Augstein immer wieder zeigen will, dass er nicht einfach dem radical chic huldigt. Dass er sich tatsächlich aufmacht zu beweisen, warum man nur eines haben kann, Kapitalismus oder Demokratie. Und dass „das System“ nicht gewaltlos zu stürzen ist. Die ersten Seiten sind, anders kann man es nicht sagen, für ein politisches Sachbuch außergewöhnlich spannend. So wie der Schluss. Da lässt sich Augstein wenigstens indirekt auf das Wort Selbstverantwortung ein, wenn er aus dem Funkverkehr der italienischen Küstenwache mit dem Kapitän des gesunkenen Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia zitiert.  Selbstverantwortung ist ein Schlüsselbegriff einer Zivilgesellschaft, die dieser Tage das Gesicht von altem Kapitalismus und Parteiendemokratie in der Tat verändert. Aber passt das zu Augsteins Ideologie? Eher nicht. Deshalb bemüht er sich gar nicht, das genauer auszuführen. Und damit sabotiert er sich selbst. 

Zwischen dem lautstark „Regime“ betitelten Teil 1 und dem Schluss fehlt ihm die Farbe für den Farbbeutel, Augstein schreibt und denkt in Schwarz-Weiss. Er müht sich und die Leser mit Armutsberichten, Definitionen, Studien der Böll-Stiftung. Oft serviertes trockenes Brot also, gespickt immer wieder mit Kalauern nach folgender Machart

Meryl Streep, die Margaret Thatcher spielte, bekam einen Oscar dafür.
Würde aber zum Beispiel Nina Hoss Angela Merkel darstellen, schreibt Augstein, dann
„gäbe es dafür nicht mal den Bambi“.

Ist das systemrelevant für die versprochene Klärung, warum es entweder Kapitalismus oder Demokratie geben kann – oder schlicht nur ein Indiz, dass Augstein ein besserer Gagschreiber als Analytiker ist. Alles, was schlecht ist, schreibt er dem Kapitalismus zu, und Gutes hat er ohnehin nicht zu berichten. Stattdessen füllt sich der Rest mit Namedropping: Angela Merkel, Thilo Sarrazin, Guido Westerwelle, Philipp (Rösler, Karl Theodor zu Guttenberg und all seine Verteidiger. Das ganze neoliberale Bestiarium, begleitet auch noch von Gaststars wie dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und dem Philosophen Peter Sloterdijk, den Augstein mit dem Hinweis bedenkt:
„Es ist nur ein Katzensprung von der bürgerlichen Entgrenzung zum Faschismus“. (133)

Von der Schwarz-Weiss-Malerei weichen vor allen Dingen zwei Teile des Buches ab: Es sind die „Zwischenspiele“ genannten Gespräche, eines mit dem Hamburger Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar, der nüchtern dagegenhält, wo Augstein den Antikapitalismus schon als neuen Mainstream ausruft – und dafür ausgerechnet die marginalisierte Occupy Bewegung zitiert. Und heller wird es ebenfalls, wenn der Sozialphilosoph Oskar Negt fordert, dass man zur Erneuerung der Demokratie die „Begriffe wieder mit Inhalt“ füllen müsse.
Das ist guter Rat, den Augstein fürs nächste Mal annehmen sollte. Denn dann fliegen seine Farbbeutel vielleicht auch. Für dieses Mal aber gilt: Da ist einfach zu viel Luft drin.

(Ende)