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Freitag, 26. September 2014

brand eins 10 / 2014, Schwerpunkt Vertrauen
Deal?
Vertrauen ist das Bindemittel der Wissensgesellschaft.
Und zu wertvoll, um unverbindlich zu bleiben.

Meine Einleitung über Vertrauen kann in der aktuellen brand eins Ausgabe nachgelesen werden - hier geht's zum Kiosk.
 

Montag, 8. September 2014

brand eins 09 / 2014, Schwerpunkt Arbeit
Gute Arbeit
Warum der Montag nicht auf ewig der finsterste Tag der Woche bleiben muss - und was das mit uns selbst zu tun hat.
Link zum Volltext.



Donnerstag, 24. Juli 2014

brand eins 08 / 2014, Schwerpunkt Spaß
Wege in die Spaßgesellschaft
Wer Spaß bei der Arbeit hat, ist kein Profi, sondern ein Komiker.
Es herrscht bitterer Ernst.
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Samstag, 28. Juni 2014

brand eins 07 / 2014, Schwerpunkt Alternativen
Plan A
Die Wissensgesellschaft fängt an, wenn die Alternative keine Notlösung mehr ist, sondern der Normalfall – und Veränderung nicht der Feind des Bestehenden.
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Freitag, 6. Juni 2014

WDR 5 - Politikum: 
Freibier für Kapitalismuskritiker
Klar: Wer groß rauskommen will, muss extrem komplexe Sachverhalte auf einfachste Nenner bringen. So wie Albert Einstein mit seiner Formel "e=mc²". Kaum jemand weiß, was die Formel im Detail bedeutet. Ach Gott, ist halt Physik. Hauptsache, wir glauben daran, dass Einstein der größte Physiker aller Zeiten ist und seine Formel alles erklärt.
Lesen Sie hier die Rezension zu Pikettys Publikumserfolg "Capital in the Twenty-First Century"

Donnerstag, 8. Mai 2014


Re:publica 14 / 8. Mai 2014, 13.45 Uhr
Aufstand der Wissensarbeiter. Eine Beamtenbeleidigung.

Link zum Videomitschnitt


- es gilt das gesprochene Wort -

Into the Wild – das bedeutet ja vor allen Dingen: Rein ins Unbekannte. Also zu lernen, mit etwas umzugehen, das man nicht kennt. Das Wilde lässt sich nicht denken, und deshalb macht es Angst. Das Wilde und das Neue sind damit letztlich ein- und dasselbe.
Das Neue ist auch wild, ungezähmt, frei.
Wissensarbeit ist eine wilde Sache. Und die Wissensgesellschaft, also die Zeit, die die Industriegesellschaft heute ablöst, eine insgesamt wilde Angelegenheit.
Wer das Neue und das Wilde, das Unberechenbare, nicht leiden kann, der kämpft heute gegen diese Veränderung. Denn wild, das heißt immer auch: Unsicher.
Die herrschende Kultur fordert exakt das Gegenteil: Sicherheit und Berechenbarkeit, ganz gleich, worum es auch geht. Das verhindert zuverlässig jede Entdeckung.
Die Industriegesellschaft liebte immer den Plan und die Zuverlässigkeit. Was jetzt kommt, macht ihr zutiefst Angst. Darum versinken wir in einem neuen Biedermeier, in dem alles, was nicht kontrolliert, gezähmt und gesichert ist, als Hochsicherheitsrisiko gilt.
Wir leben in feigen Zeiten. Aber wer nichts wagt, gewinnt nichts. Das ist und bleibt so. Wissen kostet eine ganze Menge, unsere Scheingewissheiten, den Aberglauben, das schnelle Vorurteil.
Die Wissensgesellschaft ist eine offene, aber nüchterne Gesellschaft. Sie hat keine Angst vor dem Wilden, weil sie weiß, dass das Unbekannte nur solange gefährlich ist, als wir es vor lauter Angst, es könnte uns schaden, nicht begreifen wollen. Von der Angst, etwas zu verstehen, handelt fast jedes Verbot.
Und wer Regeln sagt, meint sehr oft eben genau das: Verbieten, vermeiden. Wissen und seine Wildheit erst gar nicht reinlassen. So halten es Religionen, Parteien, Vorurteilsgemeinschaften aller Art.
Dem großen Ökonomen Joseph Schumeter war die Gleichsetzung des Wilden und des Wissens klar, als er seine unternehmerische Grundregel von der schöpferischen Zerstörung formulierte.
Die wird heute aus ideologischen Gründen gerne missverstanden. Dabei geht es in ihr nicht um Vernichtung, sondern um Kreation. Schöpferische Zerstörung macht aus alt neu, es belohnt die, die nachdenken, nachfragen, nachhaken. Es belohnt Wissensarbeit.
Okay. Aber kann das im Reality-Check bestehen?
Was hat all das mit der Welt zu tun, die wir sehen, wenn wir die Tür aufmachen? Was ist da draußen vor der Tür? Die Welt außerhalb der Re:publica also?
Ganz bestimmt ist da keine Wissensgesellschaft. Da draußen ist eine Gesellschaft, die nicht auf die Kraft des Wissens und des Geistes und der Kreativität baut, sondern auf Muckis. Ja, genau das. Die Industriegesellschaft, die heute noch alles fest im Griff hat im Land, ist eine gewaltige Muckibude.
Und die Leute, die in ihr das Sagen haben, können gar nichts anderes als ihre Muskeln spielen lassen.
Bereits relativ tief im 21. Jahrhundert bestimmt nach wie vor der industrielle Mainstream unser Leben, mit einem Fabrikskasernenton. Menschen sollen nicht kreativ sein, sondern gefälligst parieren.
Sie sollen den Plan erfüllen. Sie sollen Regeln befolgen, an deren Gestaltung sie nicht teilhaben. Die meisten Menschen da draußen laufen morgens im Dunkeln in den Stau, um Abends im Stau nach Hause zu kommen. Wir leben in einer Welt, die nach wie vor den Schichtbetrieb des Dampfmaschinenzeitalters als Maßstab hat. So sehen unsere Städte aus, unsere Straßen, unsere Häuser, einfach alles. Wir streiten übers Renteneintrittsalter. Wann fangen wir an, über Talente und Fähigkeiten, ihre Entwicklung zu streiten?
Diese Kultur schert sich um Wissen einen Dreck. Diese Kultur gibt die Abhängigkeiten, die sie schafft, als Notwendigkeiten aus. Es sind Disziplinierungsmaßnahmen: Die Industriegesellchaft hat das Abweichende und die Abweichenden immer unterdrückt. Wo Wissen Macht schuf, wurde es rasch entmachtet und domestiziert.
„Die Menschen“, wie Politiker Bürgerinnen und Bürger immer noch nennen, als wären sie selber Übermenschen, „die Menschen brauchen Sicherheit und Führung“. Damit ist gemeint: „Die Menschen“ müssen gemanaged werden. Das Menschenbild ist politisch: Einer muss das Primat haben und sagen, wo es langgeht.
Manager sind leitende Angestellte. Der Berufsstand der leitenden Angestellten entwickelte sich ja aus ehemaligen Gefängniswärtern, die man in England für die damals neuen Fabriken engagierte. Ihr Job war es, undisziplinierte, halbwilde Menschen aus der Agrargesellschaft zu Produktionsmitteln umzuformen. Zu jenen Teilen der Maschine also, die noch nicht erfunden waren. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Die Wissensgesellschaft aber wird von einer kreativen Ökonomie angetrieben. Problemlösungen und Produkte entstehen in tiefer Auseinandersetzung mit Individuen, und sie werden ständig verfeinert. Sie schaffen eine hohe Vielfalt, eine immer größere Differenzierung. Wissen ist für alle da – das ist keine Ironie, sondern die Grundformel der Wissensökonomie. Jeder soll so viel wie möglich von dem kriegen, was ihm persönlich entspricht – jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen, hat das Karl Marx vor langer Zeit genannt.
Weder war von Arbeitslagern noch von Arbeitszwang die Rede.
Wie sieht die aktuelle Arbeitsethik eigentlich aus, im Zeitalter der Transformation von der Industrie zur Wissensgesellschaft?
Was ist ehrliche Arbeit?
Fragen wir draußen mal nach: Ehrliche Arbeit ist körperlich anstrengend. Sie muss weh tun. Im Schweiße Deines Angesichts sollst Du Dein Brot verdienen. Wer sich nicht fertig macht, hat nichts verdient.
In der Freizeit setzen wir diese Exzesse fort: Jeder versucht, sich körperlich zu verausgaben. Sauerstoffmangel wird als Bewusstseins-Erweiterung ausgegeben. Es geht um Auspowern, Anstrengung, um Fleiß. Das ist übrigens das, was das lateinische Wort Industria bedeutet: Fleiß.
Hier geht es nicht um Wildheit, um Abenteuer. Es geht darum, ein guter Hamster im Rad zu sein. Es geht um Routinen, Wiederholung, Gleichförmigkeit. Jeder nach seinen Fähigkeiten, nach seinen Bedürfnissen – bedeutet das Gleichheit, Uniformität?
Eine Gesellschaft, die glaubt, dass die Unfreiheit des Einzelnen der Preis für das Glück vieler ist, ist keine offene Gesellschaft, sondern eine geschlossene Anstalt. In einer Wissensgesellschaft geht es darum, etwas besser zu machen, in der Industriegesellschaft geht es darum, so weiterzumachen wie bisher.
Was geht euch das an, liebe  Republicanerinnen und Republicaner?
Ist das nicht das Problem der alten Welt?
Glaube ich nicht.
Konformismus und altes Arbeitsdenken, die Industriegesellchaft im Kopf, die gibt es auch hier drin.  Die gibt es auch bei Leuten, die glauben, sie wären gesellschaftliche Avantgarde. Jeder kennt hier sicher den Begriff der Generation Praktikum, oder?
Er steht dafür, dass junge Menschen in der Berufswelt nicht die Chancen vorfinden, die die Generationen vor ihnen vorfanden. Die Jungen kriegen keinen festen Job. Sie werden nicht angestellt. Sie werden ihrer Chancen als unselbständig Erwerbstätige beraubt. Sie können also keine Angestellten werden.
Geradezu unmenschlich ist das.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ausbeutung von Arbeitskraft ist kein Kavaliersdelikt. Aber es gehören zwei dazu, um eine verrückte Kultur am Leben zu halten. Einer der am besten ausgebildeten Generationen in diesem Land will nichts weiter werden als angestellt – Teil der alten Lohn- und Arbeitslogik der Industriegesellschaft sein. 
Wissen und Kreativität werden nicht dazu genutzt, sich unabhängig zu machen, sich frei und selbständig zu professionalisieren – das fehlt meistens. Selbständigkeit gilt als Risiko. Unternehmer wird man höchstens aus Versehen.
Statt into the Wild geht es weit öfter in die Vollversorgungsmentalität. Wer A sagt, muss auch B sagen. Wer Wild sagt, muss auch wissen wollen, was nicht wild ist. Sondern einfach nur halbherzig.
Wer davon redet, die Verhältnisse zu ändern, sollte bei den eigenen Arbeitsverhältnissen anfangen – und anfangen, seine eigene Beamtenmentalität auf den Prüfstand zu stellen. Wer die Verhältnisse ändern will, muss was tun, was machen. Freiheit und Wissen und das Wilde werden sich nicht trennen lassen.
Ändert das Bewusstsein. Ist es nicht irre, dass das Existenzziel 2014 immer noch „unselbständig erwerbstätig“ heißt?
Wer von „Freien“ spricht, meint es meist abwertend. Freie Mitarbeiter, das sind die, die es nicht zum Angestellten geschafft haben. In der Medienbranche hat das ungute Tradition. Man muss nicht nach Indien fahren, um ein gut funktionierendes Kastensystem zu finden.
Vor mehr als zehn Jahren hat Gerhard Schröder mal eine Wahl gewonnen, weil er den parteilosen Juristen Paul Kirchhoff „diesen Professor aus Heidelberg“ genannt hat. Und es war nicht Heidelberg, das die Wähler in diesem Satz doof fanden. Mit Antiintellektualismus kann man politische Kasse machen, heute auch.
Und was heißt hier eigentlich Nerds? Warum werden Wissensarbeiter und Kreative nicht nur im kulturellen Mainstream belächelt? Warum gelten sie immer noch, wie ich es in brandeins genannt habe, als Gestörte?
Gestört ist eine Haltung, die auf Abhängigkeit setzt, auf Bevormundung, auf Unfreiheit, auf Muckis statt auf Ideen.
Ändert das. Into the Wild klingt irgendwie nach eigenem Leben. Nach Wissen wollen.
Und nicht nach Festanstellung.
Vielen Dank.

Dienstag, 29. April 2014

brand eins 05 / 2014, Schwerpunkt Im Interesse des Kunden
Was der Kunde wirklich will
Er ist König. Er hat immer recht. Und darf sich alles wünschen.
Aber will das der Kunde überhaupt?
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