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Buch: Wir kündigen! Und definieren das Land neu





Autoren:       Dagmar Deckstein, Peter Felixberger,
                   Michael Gleich, Wolf Lotter
Verlag:         Hanser, München
Jahrgang:     2005
ISBN:           3-446-40048-6
EUR:            19,90
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Wohin? Nach vorne! Viele Menschen haben das Reformgerede satt! Tausend Vorschläge, endlose Diskussionen - und keine Veränderung. Vier denken anders.
In diesem Buch reden sie Klartext und entwerfen Leitbilder einer mutigeren Zukunft. Die wichtigsten Schlüsselbegriffe in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft werden neu interpretiert - von A wie Arbeit bis Z wie Zukunft.
Ein Buch gegen Stagnation und Müdigkeit, Reformhuberei und Wortfälschung.
Ein Buch für einen Aufbruch in eine bessere Gesellschaft.

Rezensionen

RER.POL.
15/02 2006

"Wohin? Nach vorne!", denkt sich das Autorenkollektiv von "Wir kündigen! - Und definieren das Land neu." Viele Menschen haben das Reformgerede satt. Tausend Vorschläge, endlose Diskussionen - und keine Veränderung. Vier denken anders. In diesem Buch reden sie Klartext und entwerfen Leitbilder einer mutigeren Zukunft. Die wichtigsten Schlüsselbegriffe in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft werden neu interpretiert - von A wie Arbeit bis Z wie Zukunft. Ein Buch gegen Stagnation und Müdigkeit, Reformhuberei und Wortfälschung. Ein Buch für einen Aufbruch in eine bessere Gesellschaft. Aber eben auch ein Buch, an dem vier Autoren gewirkt haben. Der Gestus des Buches ändert sich von Kapitel zu Kapitel. Auch wird nicht enthüllt, wer sich für die einzelnen Teile verantwortlich zeichnet. Der letzte Versuch doch anonym zu bleiben? Die Autoren schreiben oft politisch nicht korrekt, - sie erheben aber auch nicht den Anspruch, es zu sein. Manchmal erscheinen ihre Thesen fast marktschreierisch formuliert. Insgesamt ist es jedoch ein mutiges Buch, das mit frischen Ideen versuchen will, den Menschen in Deutschland Anstoß für eine mündigere Zukunft zu geben.

15/01 2006

BILDUNGSBRIEF

Zuversicht für zögerlich Zaudernde
Eine Beschreibung bekannter Begriffe, "mit Bedeutungen, die in der sattsam bekannten deutschen Verbände- und Lobbyistenterminologie, also im quasifeudalistischen Förderalstaat Bundesrepublik Deutschland mit seinen fruchtbaren Bund-Länder-Blockaden, geflissentlich unterdrückt werden." Das ist das wortgewaltige Ziel der vier Wirtschaftsjournalisten, die das hier besprochene Buch verfassten. Aber können diese plakativen Provokateure auch liefern, was sie versprechen? Im Grunde ja. Schon die sechs Seiten, die bespielsweise zum Begriff "Bildung" verfasst wurden, belegen dies. Sehr sorgsam, aber äußerst lesenswert beschreiben die Autoren die Entwicklung der Bildung, die Probleme - und mit einem sehr differenzierten Bildungssystem auch die Lösung. In der Kurzform liest sich das so: "Bildung. Vorher: Herkunft, Bildung und finanzielle Ausstattung der Eltern bestimmen immer noch darüber, was aus unserem Nachwuchs wird. Überdies beherrscht der Bildungskanon des 19. Jahrhunderts die Lehrpläne. Der Staat verordnet unnützes und veraltetes Wissen. Nachher: Bildung fördert nicht nur die Lust, ein Ich zu sein. Sie ist der Schutzpanzer gegen die medial vermittelten Sinnlosigkeitsdrogen. Und sie ist die einzige Chance, sich in der entfesselten Arbeitsgesellschaft einen Marktnischenplatz in den vorderen Reihen zu sichern. Bildung verliert ihren Beschulungscharakter und regeniert zum angeleiteten Autodidaktentum."
Dreißig Begriffe werden auf diese Art erfrischend neu definiert. Es entstehen neue "Leitbilder", von Arbeit über Glück und Verantwortung bis Zukunft. So erfährt der Leser, dass Zukunft nicht geschieht, sie wird gestaltet. "Von denen, die an sie glauben. Sie ist offener und unberechenbarer denn je, sie lädt ein als faszinierender Möglichkeitsraum ..."
In Wirtschaftsabschwungzeiten wohl das richtige Buch. Mögen es auch die richtigen Menschen lesen. Wir alle!


15/01 2006

ZEITUNG FÜR POLITIKWISSENSCHAFT


Die Autoren, allesamt Journalisten, wollen lexikonartig zentrale Begriffe der aktuellen Debatte zum Umbau der Arbeitsgesellschaft wie beispielsweise Erfolg, Leistung oder Nachhaltigkeit neu definieren und damit "Leitbilder einer mutigeren Zukunft" entwickeln. Herausgekommen ist das Bild des modernen Menschen, in dem Individualisierung als totale Selbstverwirklichung propagiert wird. Vor der überholten Folie des Spießers, der sein Leben als Lohnknecht verbringt, um sein Eigenheim und das kleine Urlaubsglück zu finanzieren, wird eine Arbeitsgesellschaft skizziert, in der jeder Einzelne ausschließlich seinen Wünschen und Zielen folgt und dabei seine freie Wahl aus dem Selbstbedienungsladen der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten und Chancen trifft. Die damit verbundenen Probleme werden einfach ausgeblendet: der Zwang zur absoluten Vermarktung des eigenen Selbst, die Tatsache, dass Kommerzialisierung bzw. Marktgängigkeit von Arbeit häufig gerade das Gegenteil von Selbstverwirklichung darstellen, die Erledigung von Arbeiten, die beim besten Willen nicht mehr als Selbstverwirklichung gedacht werden können.  Damit treffen die Autoren zwar den neoliberalen Mainstream und ihre flott geschriebene Unterhaltungslektüre ist auch bestimmt gut verkäuflich, wirklich durchdacht oder gar wissenschaftlich fundiert ist sie jedoch nicht. BB

09/12 2005

WWW.INDUSTRIEANZEIGER.DE


Viele Menschen haben das Reformgerede satt: tausend Vorschläge, endlose Diskussionen und keine Veränderung. Mit ihrem Buch wollen die vier Autoren Leitbilder einer mutigeren Zukunft entwerfen und Aufbruchstimmung erzeugen. Sie wollen gegen Resignation, Stagnation, Reformhuberei und Wortfälschungen angehen, indem sie wichtige Schlüsselbegriffe in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft neu definieren. Jedem dieser Begriffe stellen sie ein Vorher-Nachher voran, wobei letzteres die Quintessenz der ausführlichen Neudefinition darstellt. Ein Bleispiel: Gleichheit.
Vorher: Einfalt. Eine populistische Finte, mit der wir viele Jahre lang genarrt wurden. Unter dem Tarnmantel der Gleichheit geht es immer nur um Rechthaberei des einen.
Nachher: Vielfalt. Alle Menschen haben unterschiedliche Talente und Fähigkeiten. Die Entscheidung über seine Selbstentfaltungslinie liegt bei jedem selbst. Gleichheit bedeutet nicht nur, auf ein überschaubares, verständliches Feld von Möglichkeiten zu stoßen, sondern tritt erst dann ein, wenn wir sie auch wahrnehmen können.
Die Autoren reden Klartext: Sie wollen "sagen, was Sache ist, provozieren, um anzuregen, anprangern, was verdummt". Ihr Wunsch ist, dass die von ihnen "vorgeschlagenen Bedeutungen helfen, Entscheidungen zu treffen, zu erkennen und zu handeln". Die unbequemen Aussagen werden bei "Hütern des Status quo" sicher auf Widerstand stoßen - umso mehr sollten diejenigen dieses Buch lesen, die die Hoffnung auf eine bessere Zukunft noch nicht aufgegeben haben.

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