Wolf Lotter

St. GALLER TAGBLATT

Ein Beitrag von Karin Fagetti

Unser Klima hat fünf nach zwölf, und wir lesen noch immer nicht im Licht von Energiesparlampen, essen Erdbeeren im Winter und lassen uns unsere Frotteewäsche im Tumbler flauschig trocknen. Für alle deshalb in aller Einfachheit: In zehn Schritten zum ökologisch einwandfreien Menschen.

 

10. Letzter Versuch: Lesen

«Verschwendung ist nichts Böses, sie ist eine biologische Konstante, eine natürliche Kraft.» Leer geschluckt? Weiterlesen! «Die Vorstellung von einer Zukunft, die von nichts anderem geprägt ist als von Mässigung und spiessiger Zurückhaltung, wird keinen Rahmen für Fortschritt liefern.» Tief durchatmen und an den eigenen Anspruch auf Toleranz denken. Wolf Lotter schreibt in seinem Buch «Verschwendung» von Anpassung an den Wandel. Von Umweltlügen. Und er vergleicht uns mit Sisyphos. Die Mühen des Sisyphos mit seinem Stein seien vielleicht nicht nötig, dennoch unverzichtbar. Lotter zitiert Camus: «Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache.» Also ab unter die Bettdecke – und lesen natürlich. Bis zum bitteren Ende.


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